© TalentKolleg Ruhr der Westfälischen Hochschule

TalentKolleg Ruhr (TKR): Hallo Jennifer. Danke, dass du dich für das Interview bereit erklärt hast. Kannst du dich kurz vorstellen?

Jennifer: Ja klar! Hi, ich bin Jenny, bin 19 Jahre alt und gehe in die 12. Klasse des Gymnasiums Wanne. Ich habe vor kurzem meine Abiklausuren geschrieben und warte nun gespannt auf meine Ergebnisse.

TKR: Jenny, deine erste Teilnahme hier am TKR war in unserer Summerschool im Jahr 2018. Was hat dich dazu bewegt, in den Sommerferien an so einem Angebot zwei Wochen lang teilzunehmen?

Jennifer: Mein Freund Florian, der im vorherigen Jahr an der Summerschool teilgenommen hat, hat mir ein bisschen erzählt, was sie im Jahr davor gemacht haben und die Angebote haben mich total angesprochen, vor allem Sachen wie der „Knigge-Kurs“ oder der Workshop „Wie präsentiert man richtig“. Und auch einfach, dass man in den Ferien etwas zu tun hat. Sonst würde ich wahrscheinlich den größten Teil meiner Zeit im Bett verbringen, da ich eine Langschläferin bin! Die Summerschool war sehr spannend für mich, ich habe sehr, sehr viel über mich selbst gelernt und ich bin froh, dass ich das gemacht habe.

TKR: Nach der Summerschool hast du dich entschieden, am Qualifizierungskurs Deutsch teilzunehmen. Was hast du dir von deiner Teilnahme erhofft?

Jennifer: Von den Qualifizierungskursen habe ich auch erst in der Summerschool erfahren. In meinem Deutsch Leistungskurs in der Schule habe ich gemerkt, dass ich Probleme mit alten Grundlagensachen hatte, beispielsweise mit der Kommasetzung. Eigentlich einfache Sachen, aber in der Schule habe ich das nie wirklich richtig gelernt. Wir haben die Grundlagen im Kurs hier nochmal wiederholt, also wirklich alles nochmal von vorne. Und was ich ganz schön fand, war, dass unser Kursleiter uns die Sachen anders beigebracht hat, als das in der Schule gemacht worden ist. Ganz ohne Leistungsdruck und durch andere Methoden kam ich mit den Inhalten viel besser zurecht und der Kurs hat mir sehr viel geholfen. Ich war im Deutsch LK nie wirklich stark. Ich war meist so im 4er-Bereich, aber nach dem Kurs habe ich mich auf eine 3+ verbessert, was für mich ein großer Erfolg war. Das hat einfach echt geholfen.

TKR: Das freut uns, zu hören! Ein Trimester später hast du auch noch am Qualifizierungskurs Englisch teilgenommen und nimmst bis heute immer noch teil. Wenn man bedenkt, dass das alles in deiner Freizeit passiert, muss dich ja etwas wirklich motiviert haben, so lange teilzunehmen?

Jennifer: Ich habe vor ein paar Jahren einen Auslandsaufenthalt gemacht. Ich war in Amerika, nahe Chicago, und in den 11 Monaten habe ich gemerkt, dass man durchs Sprechen am besten lernen kann. Mir hat die Zeit da sehr geholfen, auch für meinen Englisch LK hier an der Schule, aber ich merkte mit der Zeit, dass die Kenntnisse wieder einrosten. Bei 30 Mitschülern spricht man ja auch nicht wirklich viel im Unterricht. Man meldet sich vielleicht ein- bis zweimal pro Stunde, aber das reicht nicht wirklich aus, um die Sprachkenntnisse auf einem guten Niveau zu halten. Beim Englischkurs hier war es deswegen auch eher eine persönliche Sache, mein Wunsch, wieder so sprechen zu können wie nach dem Auslandsaufenthalt. Ich muss sagen, dass der Kurs mir sehr viel bringt, da wir einfach sehr viel auf Englisch reden. Bei mir im Kurs sind wir nur zu sechst und das ist immer sehr angenehm, mit den anderen zu sprechen. Man weiß, sie sind auch freiwillig hier, die haben einfach auch Lust drauf und man traut sich auch Fehler zu machen. In der Schule finde ich es auch meist unangenehm, lange zu sprechen, weil es immer Leute gibt, die dann lachen oder etwas sagen, aber bei den Qualikursen hier eben nicht. Das war mir sehr wichtig, einen Raum zu finden, in dem ich sicher Englisch sprechen kann.

TKR: Hat sich deine Teilnahme auch in deiner Note im Englisch LK widergespiegelt?

Jennifer: Auf jeden Fall. Ich habe im Englischunterricht vor dem Qualikurs nicht so viel gesagt, weil ich dann immer erstaunt gefragt wurde, warum ich bestimmte Wörter nicht kenne, wo ich doch ein Auslandsjahr in den USA gemacht habe und so weiter. Und da dachte ich mir: „Leute, das ist schon drei Jahre her! Ich habe da nicht mein Leben lang gelebt, Englisch ist auch nicht meine Muttersprache.“ Im Englischkurs habe ich dann wieder den Mut gefunden, mehr Englisch zu sprechen und habe gemerkt, dass es einfach funktioniert. 

Ich habe gemerkt, dass dadurch, dass ich im Englischkurs hier viel mehr spreche, ich auch in der Schule viel mehr sagen kann, weil man sich viel sicherer fühlt.

TKR: Jenny, hast du schon Pläne, was du nun nach deinem Abi machen wirst?

Jennifer: Ja, ich werde mich zum einen für ein Lehramtsstudium bewerben, aber vielleicht davor noch ein FSJ machen. Dies würde ich sehr gerne an einer Schule machen, um zu sehen, ob der Lehrerberuf auch wirklich etwas für mich ist. Ich muss aber sagen, dass vor einem Jahr, bevor ich an der Summerschool teilgenommen habe, ich wirklich noch gar keine Idee hatte, was ich später machen soll. Hauptsächlich durch die Summerschool habe ich den Gedanken entwickelt, Lehramt in Betracht zu ziehen und in diese Richtung zu gehen. Konkret würde ich gerne später im Bereich Mobbing und Anti-Mobbing etwas bewirken.

TKR: Und wie können wir als TKR dich auch nach deinem Abitur weiterhin unterstützen?

Jennifer: Ich möchte auf jeden Fall weiterhin am Englischkurs teilnehmen. Das habe ich auch meinem Kursleiter schon gesagt. Des Weiteren habe ich kürzlich eine Mail bekommen mit der Einladung zu einem Entwicklungsgespräch. Gern würde ich dieses wahrnehmen, um die anstehenden Schritte nun genau nochmal durchzugehen. Ich habe zwar eine Idee, was ich machen möchte, aber wie genau alles aussieht, wo ich mich bewerben kann und so weiter, das wären Dinge, die ich gerne noch besprechen würde in einer Beratung, damit ich auch da Sicherheit habe.

TKR: Jenny, vielen Dank für deine Zeit und den spannenden Einblick, den du uns gegeben hast. Wir sehen uns im Entwicklungsgespräch!