Foto Sinthujan

TalentKolleg Ruhr (TKR): Hallo Sinthujan, stell dich doch bitte mal kurz vor.

SINTHUJAN: Hi, mein Name ist Sinthujan und ich bin 24 Jahre alt. Ich studiere an der Hochschule Osnabrück Aircraft and Flight Engineering mittlerweile im 4. Bachelorsemester.

TKR: Du kommst regelmäßig aus Osnabrück zu uns ans TalentKolleg Ruhr nach Herne. Wieso?

SINTHUJAN: Ich finde eure Beratung und Unterstützung in all meinen Lebensphasen sehr ermutigend. Zudem zeigt ihr mir Wege auf, die sich individuell an meinem Zukunftsziel orientieren und dieses gleichzeitig fördern. Gespräche über Stipendien oder Auslandsprogramme zum Beispiel geben mir Ideen und Impulse für meine Entwicklung und mein berufliches Weiterkommen.

TKR: Wir haben dich ja schon als Schüler und Azubi kennengelernt. Seitdem sind einige Jahre vergangen. Was ist in der Zwischenzeit passiert und wo stehst du derzeit?

SINTHUJAN: Aktuell studiere ich Aircraft and Flight Engineering an der Hochschule Osnabrück – das ist vergleichbar mit Luft- und Raumfahrttechnik. Im Studium habe ich viele neue Menschen mit unterschiedlichen Lebensweisen, Talenten und Hintergründen kennengelernt. Ich habe im Studium schnell gemerkt, dass die Studienzeit eine einmalige Gelegenheit bietet, über den Tellerrand des eigenen Faches hinauszuschauen und sich dabei persönlich weiterzuentwickeln und selbst zu finden. So belege ich neben den Pflichtfächern seit dem ersten Semester auch Seminare beziehungsweise Zusatzmodule zu Themen wie Führung oder Team- und Projektmanagement, dank denen ich mein berufliches Profil schärfen kann. Außerdem habe ich meine Leidenschaft für internationale Projekte mit Studierenden aus aller Welt entdeckt. Zum Beispiel habe ich 2017 während der Semesterferien an zwei Auslandsaufenthalten teilgenommen, die von meiner Fakultät angeboten wurden: In den Niederlanden habe ich im Rahmen des „Water Investigation Projects“ mit einem internationalen Team eine Unter-Wasser-Drone gebaut und getestet. In China konnte ich an einem Austauschprogramm teilnehmen und verschiedene Unternehmen sowie die Traditionen und Kultur hautnah kennenlernen. Durch diese zwei Erfahrungen habe ich nicht nur spannende Kontakte geknüpft, sondern auch festgestellt, dass ich später auf jeden Fall in einem interkulturellen Team arbeiten möchte. Erst kürzlich habe ich meine Bewerbung für ein Forschungspraktikum vom DAAD („RISE“) für die Länder Indien, Singapur und die USA abgeschickt. Ich würde mich sehr freuen, wenn das klappen würde. Denn so könnte ich vor meinem einjährigen Auslandsaufenthalt in England, der in meinem Studium vorgesehen ist, noch interessante Ideen für meine Bachelorarbeit sammeln. Ich versuche generell, so viel im Studium mitzunehmen, wie möglich. Mein Motto?

Das Schiff, das im Hafen liegt, ist sicher; aber dafür wurden Schiffe nicht gebaut. - Paulo Coelho

TKR: Das klingt nach einer spannenden Studienzeit! Gibt es noch andere Dinge, die du außerhalb deines regulären Studiums machst?

SINTHUJAN: (lacht) Mein Studium nimmt viel Zeit in Anspruch. Ich arbeite dort auch als Tutor in den Fächern Statik und Deutsch. Außerdem bin ich Studienbotschafter, d. h.  ich stelle meinen Studiengang interessierten Schülerinnen und Schülern vor und führe für diese Zielgruppe Workshops durch. Mittlerweile konnte ich durch all diese Aktivitäten interessante Netzwerke knüpfen. Klar ist, wenn man sich über sein Fach hinaus engagiert und weiterbildet, kostet das immer extra Energie und Zeit – trotzdem darf das Studium darunter nicht leiden. Es ist also viel Disziplin nötig, um den Alltag und das Lernen zeitlich gut zu strukturieren und alles unter einen Hut zu kriegen. Aber das sehe ich am Ende auch als gute Vorbereitung auf das spätere Arbeitsleben, wo es nicht anders sein wird.

TKR: Was ist deiner Meinung nach das Besondere an deinem Studiengang?

SINTHUJAN: Es gibt mehrere Dinge, die meinen Studiengang aus meiner Sicht besonders machen. Besonders finde ich zum Beispiel die Tatsache, dass wir nur 15 Studierende im Jahrgang sind und dadurch eine sehr enge Betreuung durch den Studiengangsleiter gewährleistet ist. Außerdem müssen wir einen obligatorischen Auslandsaufenthalt im englischsprachigen Ausland absolvieren, was ich als großen Vorteil sehe, da vieles bei uns auf Englisch läuft und man nicht nur seine Sprachkenntnisse verbessern kann, sondern internationale Arbeitserfahrungen sammeln kann. Naja, und das Beste ist sicherlich die integrierte Pilotenausbildung im Studium! Ich denke, dass der Studiengang „Aircraft and Flight Engineering“ in Deutschland eher zu den exotischen Studiengängen gehört und viele Schülerinnen und Schüler nicht wissen, dass man das studieren kann. Deswegen setze ich mich auch als Studiengangbotschafter dafür ein, den Studiengang bekannter zu machen, indem ich meine sehr positiven Erfahrungen mit anderen teile.

TKR: Was kannst du Schülerinnen und Schülern raten, wie sie ebenfalls ihr Traumstudium finden können?

SINTHUJAN: Macht Praktika, nehmt an Schnupperangeboten teil, sprecht mit Studierenden oder Berufspraktikern! Nur dadurch könnt ihr euch ein Bild machen, ob ein Studiengang zu euch passt. Wenn ihr dabei feststellen solltet, dass es euch nicht gefällt, dann ist es auch eine positive Erkenntnis. Seid offen, probiert Neues aus, habt keine Angst vor dem Scheitern! Nutzt ein Studium, um euch über euer Fach hinaus persönlich weiterzuentwickeln, auszuprobieren und euch (international) zu vernetzen – so kann man schon im Studium einen wichtigen Baustein für seine zukünftige Karriere legen.

Stand: 03/2018